Deftiges Treberbrot

Das fertige Treberbrot könnt Ihr mit etwas Mehl einstäuben, wenn Ihr mögt. Foto und © Pfeiffer.

Beim Brauen entsteht nicht nur Bier, sondern auch der übrigbleibende Rest des Malzes kann Verwendung finden. Dieser lässt sich nicht nur als Tierfutter verwerten, sondern auch zum Backen.

Als Biertrinker und Braugourmets waren mein Mann und sein Bruder bei einem Brauseminar bei der Familienbrauerei Borchert, im emsländischen Lünne. Ein nettes Geburtstagsgeschenk unter Brüdern. Dort haben sie in einem kleinen Kessel das nachgebraut, was Brauereigründer Ewald Borchert parallel auf der großen Brauanlage braute: ein echtes Lünner Bier, angeleitet von Ewalds Tochter Lina, die in die Fußstapfen des Vaters tritt und ihre Berufsausbildung zur Brauerin bei der Brauerei Früh in Köln absolviert hat. Das Bier wurde dann zum Gären und Reifen sich selbst überlassen und es blieben ein paar Hundert Kilo Treber übrig.

Als Treber bezeichnet man die bei der Bierherstellung anfallenden Rückstände des Braumalzes. Mehr dazu seht Ihr in der Bildergeschichte unten.

Das Rezept ist so simpel, dass ich hier auf die Auflistung der Zutaten verzichte. Ich empfehle den Treber vorab nochmal durch einen Wolf zu jagen, wenn man nicht gerne viele Spelzen kauen möchte.

Man nimmt etwa 250 Gramm Treber und vermischt diesen mit circa 500 Gramm Mehl und 250 Milliliter Bier (egal welches). Ein kleines Päckchen Trockenhefe dazu und etwas Salz nach Geschmack. Warum schreibe ich circa 500 Gramm Mehl? Weil man schrittweise Mehl zugibt und so lange knetet, bis der Teig gut formbar ist und so gerade eben nicht mehr klebt. Das kann bei 400 Gramm sein, bei 450, vielleicht aber auch erst bei 550 Gramm. Macht´s mit Gefühl.

Danach läßt man den Teig für mindestens eine Stunde ruhen. Anschließend könnt Ihr daraus einen Laib formen und auf Backpapier betten oder den Teig in eine mit Butter gefettete Kastenform geben und im vorgeheizten Backofen bei 220 Grad für circa 45 Minuten backen, bis die Kruste goldbraun ist. Fertig.

(Da ich den Namen der Brauerei erwähnt habe, folgender Hinweis: Werbung da Namensnennung, aber unbezahlt.)

Malz ist kurz gekeimtes und wieder getrocknetes Getreide. Dieser Vorgang bildet und aktiviert Enzyme im Getreide, die fürs Bierbrauen notwendig sind. Foto und © Pfeiffer.
Ewald Borchert gießt Brauwasser nach, dass sich während des Kochens verflüchtigt hat. Foto und © Pfeiffer.
Mit der Bierspindel wird die Dichte, also die Masse pro Volumeneinheit, des Bieres bestimmt. Foto und © Pfeiffer.
Beim Läutern (hat nix mit Kirche zu tun) wird die Maische gefiltert. Am Ende des Maischprozesses besteht die Maische aus einem wässrigen Gemisch von gelösten und ungelösten Stoffen. Diese müssen beim Läutern voneinander getrennt werden. Möglichst langsam läßt man den flüssige Bald-Bier ablaufen … . Foto und © Pfeiffer.
… die ungelösten Stoffe sind im Wesentlichen die Spelzen der Getreidekörner und die Keimlinge. Läßt man die Würze langsam ablaufen, sinken die ungelösten Stoffe zum Boden des Kessels und bilden einen natürlichen Filter. Foto und © Pfeiffer.
Mit der Treberklappe öffnet man die Unterseite des Kessels und der Treber fällt heraus. Foto und © Pfeiffer
Und raus damit Ist die Würze vollständig abgelaufen, holt man den Treber aus dem Kessel, der immer noch dampft. Foto und © Pfeiffer.